Episode-5

Episode-5: Töte den Jungen

 

Episode-5: Kritik

Episode-5 entwickelt sich in typischer Game-of-Thrones-Manier wieder etwas temporeicher als ihre Vorgänger. Im Normallfall können wir diese Spannungssteigerung nun in jeder weiteren Folge erwarten. Gleich zweimal bekommen die Drachen kleine, aber beeindruckende Auftritte: Anfangs wird ein Meereener Familienoberhaupt gegrillt und verspeist, während sich am Ende der schwarze Drache Drogon in seiner ganzen Pracht zeigen kann, als er über das Boot von Tyrion Lennister und Jorah Mormont hinwegfliegt. Es geht also wieder einmal nicht ohne Hinrichtung – auch wenn es sich um keine offizielle handelt.

In Episode-5 wird auch die Frage um das Schicksal von Grauer Wurm beantwortet, der in der vorherigen Folge mit Barristan Selmy gegen eine Übermacht von Söhnen der Harpyie kämpfen musste: Obwohl schwer verletzt, überlebte er doch als einziger die Falle, ist jedoch noch bettlägerig. Darüber hinaus trumpft die Serie am Ende wieder einmal mit einem kleinen Schicksalsschlag für einen Hauptcharaker: Jorah Mormont wurde von den Steinmenschen in Valyria berührt, wodurch er sich mit der auf längere Sicht tödlichen Krankheit Grauschuppen infiziert hat.

Bemerkenswert in dieser Folge ist die grandiose Schauspielkunst von Alfie Allen alias Theon Graufreud. Selten kann man so viele sich widerstreitende Gefühle in einem menschlichen Gesicht lesen: Die Todesangst vor Ramsay, gleichzeitig seinen Hass und seine fast hündische Ergebenheit ihm gegenüber – und sehr viel Leid. Der britische Schauspieler zeigt diesen ständigen inneren Kampf so gekonnt, dass man ihm glatt glauben mag, Ramsay habe ihm tatsächlich etwas angetan. Eine hochgradig bewundernswerte Leistung.

 

Episode-5: Zusammenfassung

Daenerys in Meereen: Menschliches Drachenfutter

Grauer Wurm liegt lebendig aber bewusstlos im Bett, während Missandei neben ihm wacht. Sie ist wegen seines Zustandes sehr traurig, denn sie liebt den Anführer der Unbefleckten von ganzem Herzen, obwohl er ein Eunuch ist. Als er drei Tage später zu sich kommt, gesteht er ihr seine Angst vor dem Tod ein, weil er fürchtete, sie niemals wiederzusehen. Die beiden küssen sich danach zum ersten Mal.

Ebenfalls tief betrübt steht Daenerys an der aufgebahrten Leiche von Barristan Selmy. Er war einer ihrer treuesten Gefolgsmänner, da er die ganze Reise von Westeros bis Meereen auf sich genommen hatte, um ihr zu dienen. Spontan entscheidet sich die Königin für eine Vergeltungsaktion: Sie lässt sämtliche Oberhäupter der großen Familien verhaften, da die hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Anführer der Widerstandsbewegung unter ihnen zu finden sind. So wird auch Hizdahr zo Loraq festgenommen.

Die Handvoll Familienoberhäupter muss mit Daenerys in den Keller gehen, in dem die Drachen angekettet leben. Willkürlich stößt Daario einen von ihnen nach vorn, wo die Echsen ihn zuerst mit Feuer verbrennen und anschließend fressen. Die Überlebenden wissen nicht, ob die Königin weitere töten lassen wird, was die Anspannung in ihnen unerträglich macht. Nachdem sie ihnen genug Angst eingejagt hat, lässt sie die Männer wieder in den Kerker werfen. Ihre Tat ist zwar einerseits notwendig, um den Respekt vor ihr zu erhöhen, doch andererseits bedenklich, da sie nicht weiß, wer zu den Harpyien gehört. Möglicherweise hat sie einen Unschuldigen getötet.

 

Daenerys in Meereen: Überraschende Heiratspläne

Als die Königin unschlüssig ist, wie sie weiter vorgehen möchte, bittet sie Missandei um Rat, die bisher nur als Übersetzerin fungierte. Durch ihren Hinweis, im Notfall auch einmal die Ideen ihrer Berater in den Wind zu schlagen und ihren eigenen Vorstellungen zu folgen, trifft Daenerys zwei folgenschwere Entscheidungen, die sie Hizdahr zo Loraq in seinem Kerker mitteilt:

In der Hoffnung, das Volk zu beruhigen, indem sie dessen Tradationen achtet, wird sie die Kampfarenen wieder eröffnen – allerdings nur für Freiwillige. Darüber hinaus hält sie es für sinnvoll, eines der Oberhäupter der alten Familien zu heiraten – und das ist niemand anders als Hizdahr. Dieser kann gar nicht fassen, wie schnell sich das Blatt für ihn gewendet hat: Eben noch saß er im Kerker, den sicheren Tod vor Augen – nun ist er ein freier Mann und wird die Königin ehelichen.

 

Die Mauer: Ein wagemutiger Plan

Samwell Tarly redet mit Aemon über Daenerys Sklavenbefreiung in Meereen. Der alte Maester fühlt sich mit ihr verbunden, da er auch ein Targaryen ist und bedauert es zutiefst, dass er sie als Mitglied der Nachtwache niemals beraten können wird.

Kurz darauf schickt Jon Schnee Sam weg, da er allein mit Aemon sprechen muss. Er hat einen Plan, der die Nachtwache spalten wird und ist sich unsicher, ob er diesen auch wirklich in die Tat umsetzen will. Ohne zu wissen, was der Lordkommandant vorhat, rät ihm Aemon dazu, es zu tun, wenn es notwendig ist, da die Hälfte der Männer auf Allisar Thorns Seite ihn sowieso schon hasst.

Zuerst sucht Jon den gefangenen Tormund auf, der noch immer in Ketten liegt. Er ist nun der ungewählte Anführer der Wildlinge, kann dieses Amt jedoch nicht als Gefangener ausführen. Umsichtig erläutert Jon ihm seinen Plan:

Seiner Ansicht nach gehören die Wildlinge zu den Reichen der Menschen dazu, welche die Nachtwache gemäß ihres Eides verteidigen müssen. Jon möchte das Freie Volk – wie sie sich selbst bezeichnen – vor den Weißen Wanderern retten, die drohen, alles jenseits der Mauer zu vernichten. Dazu soll Tormund freigelassen werden. Er soll die Überlebenden einsammeln und sie hinter die Mauer führen – die Nachtwache wird ihnen das Tor öffnen.

Tormund ist jedoch ein zäher Verhandlungspartner: Sein Stolz hindert ihn zunächst daran, auf Jons Vorschläge einzugehen. Erst als dieser ihm versichert, sie müssten vor niemandem knien, wird er kompromissbereiter. Endgültig überzeugt ist er, als der Lordkommandant ihm die Ketten abnimmt.

Die Überlebenden versammeln sich in Hartheim am Meer. Um sie hierher zu führen, benötigen sie Schiffe. Glücklicherweise weilt König Stannis gerade an der Mauer, so dass Jon diesen um seine Flotte bitten will. Tormunds einzige Bedingung: Damit die Wildlinge die Aktion nicht für eine Falle halten, muss Jon Schnee ihn persönlich begleiten.

 

Die Mauer: Spaltung der Nachtwache

Jon Schnee hat seinen Plan, sich mit den Wildlingen gegen die Weißen Wanderer zu verbünden, der  Versammlung dargelegt. Einige Mitglieder wollen die Menschen lieber sterben lassen, doch diese würden dann zwangsläufig die Armee der Toten füllen. Das Freie Volk soll das brachliegende Ackerland direkt südlich der Mauer bekommen, welches „Die Schenkung“ genannt wird.

Doch es ist äußerst schwierig, die Männer von der Notwendigkeit dieses Schrittes zu überzeugen. Die meisten haben zu viele ihrer Freunde durch die Wildlinge verloren, um etwas anderes als Hass für sie zu empfinden. Sogar Ed, der ein loyaler Anhänger Jons ist, gefällt diese Idee gar nicht. Dennoch sind sie immer noch besser als die Armee der Toten, wie Jon ihnen zu Recht erklärt.

Der im Hintergrund zuschauende Stannis bewundert den Lordkommandanten aufgrund seines strategisch klugen Zuges sichtlich.

Besonders schwer trifft die Entscheidung den Jungen Olly, Jons Kämmerer. Gerade er hat ihn stets so sehr bewundert. Daher fragt er ihn auch voll Hoffnung, ob das nicht doch nur eine List ist, um sie auszlöschen. Immerhin haben die Thenns – ein extrem aggressives Volk unter den Wildlingen – seine Eltern und alle seine Freunde vor seinen Augen getötet. Als Jon die Frage jedoch verneint, wird die Kluft deutlich, die sich zwischen Olly und ihm aufbaut.

 

Die Mauer: Forschung über die Weißen Wanderer

Stannis begibt sich zu Sam in die Bibliothek und schickt Goldie weg, die gerade in ein Gespräch mit ihm vertieft ist. Da der König gut informiert ist, weiß er bereits, aus welcher Familie er kommt. Sein autoritärer Vater Randyll Tarly trat auf der Seite der Targaryens in der Schlacht von Ashfurt gegen Robert Barathaeon an – die einzige Schlacht, die der zukünftige König von Westeros je verlor.

Stannis wundert sich ein wenig über den rundlichen Sam, der so gar nicht wie ein Soldat aussieht, dennoch als einziger Mensch einen Weißen Wanderer getötet hat. Es war auch nicht seine Kriegskunst, sondern seine Schläue, die ihn in dieser Situation rettete: Er tötete den Wanderer mit einem Dolch aus Obsidian, auch Drachenglas genannt. Seitdem durchforstet er die gesamte Bibliothek, um weitere Hinweise auf Schwachstellen zu finden. Da der König Intelligenz besitzt, weiß er, wie wertvoll gelehrte Männer wie Sam in der Gegenwart sind. Daher weist er ihn an, so viel wie möglich zu lesen.

 

Die Mauer: Aufbruch in den Krieg

Stannis‘ Armee bricht von der Schwarzen Festung gen Süden nach Winterfell auf. Obwohl Davos lieber mit Selyse und Sharin an der Mauer geblieben wäre, besteht der König darauf, seine Familie auf dem Feldzug dabei zu haben. Seine Begründung: Die Männer von der Nachtwache sind größtenteils als Kriminelle an diesen Ort geraten – hier wähnt er Frau und Tochter nicht sicher. Sharin ist jedoch bester Dinge und freut sich auf eine eventuelle Schlacht.

Da Stannis Jon Schnees Fähigkeiten vertraut, hat er ihm seine gesamte Flotte geliehen, um die Wildlinge aus Hartheim zu evakuieren. Melisandre beobachtet jedoch beim Aufbruch permanent den jungen Lordkommandanten – ihre Blicke verheißen Vorwurf und Tadel – da er sich entschlossen hat, sie nicht zu begleiten.

 

Brienne und Podrick in Winterfell: Eine Nachricht an Sansa

Brienne und Podrick haben sich ein Zimmer im Gasthaus mit Blick auf Burg Winterfell genommen. Als ein alter Diener ihnen Wasser bringt, gibt sich Brienne vorsichtig als Anhängerin der Starks aus. Der Diener wiederum hat bereits die Zeiten von Ned Starks Vater erlebt – und bekanntermaßen sind Nordmänner von erstaunlicher Treue. Also wagt sie es, ihm eine Nachricht an Sansa zukommen zu lassen.

Diese bekommt die Botschaft von der alten Dienerin, die sich schon zuvor als Stark-Anhängerin zu erkennen gab. Wenn sie je in Schwierigkeiten geraten sollte, kann sie eine Kerze im Fenster des zerstörten Turms anzünden. Gemeint ist jener Turm, von dem Jaime Lennister Bran in Staffel-1 gestoßen hat, weil er ihn und Cersei beim Sex beobachtetete. Der Urheber der Nachricht bleibt jedoch geheim, so dass Sansa keine Ahnung hat, wer ihre geheimnisvollen Freunde sind.

 

Miranda und Sansa in Winterfell: Schlimmste Eifersucht

Nackt steht Ramsays Freundin Miranda am Fenster seines Schlafgemachs und macht sich offenbar große Sorgen, da Ramsay Sansa mit begehrlichen Blicken gemustert hatte. Ihre Verstimmung ist nachvollziehbar, da er ihr einst versprochen hatte, sie zu heiraten. Doch seit er von einem „Schnee“ zu einem „Bolton“ wurde, muss er eheliche Kinder mit einer Frau aus adeligem Hause zeugen. Ramsay hat bekanntermaßen keine Geduld für Mirandas Gefühle, droht ihr sogar, ihr würde etwas Schlimmes geschehen, wenn sie ihn weiterhin so langweile. Er möchte sie auch nach der Heirat weiterhin als Geliebte haben. Eine Ehe ihrerseits mit einem anderen Mann lässt er nicht zu.

Miranda legt es auf eine Begegnung mit Sansa im Burghof an, indem sie freundlich tut und ihr Kleid bewundert. Mittlerweile ist Sansa von Kleinfinger gut genug unterwiesen worden, um zu bemerken, dass die andere gezwungen schlechten Smalltalk von sich gibt. Sie zeigt der jungen Lady Stark den Gang mit den Hundekäfigen, den sie bis zum Ende entlanggehen müsse, um eine großartige Überraschung zu sehen.

Trotz ihres Widerwillens folgt Sansa dem Rat und entdeckt dort Theon im Schmutz eines offenstehenden Hundezwingers. Sein miserabler körperlicher und psychischer Zustand ist unübersehbar. Sansa ist derartig entsetzt, dass sie spontan die Flucht ergreift. Miranda möchte die andere einschüchtern, ihr zeigen, dass dieser Ort für sie nicht sicher ist, möglicherweise in der Hoffnung, dass sie die Ehe mit Ramsay nicht eingeht.

 

Sansa in Winterfell: Ramsays erste Grausamkeiten

Da Theon zuviel Angst vor Ramsay hat, gesteht er ihm sein unfreiwilliges Zusammentreffen mit Sansa, obwohl er den Befehl hatte, sich vor ihr zu verbergen. Es folgt eine ungeheuer bösartige Machtdemonstration: Theon muss sich hinknien und ihm seine Hand hinstrecken, in dem Glauben, dass er ihm wieder etwas Schlimmes antut. Doch nachdem Ramsay ihn eine Weile hat schmoren lassen, teilt er ihm lediglich mit, er habe ihm vergeben.

Das gemeinsame Abendessen mit Roose und Walda Bolton (die schwergewichtige Tochter Walder Freys), Ramsay und Sansa gestaltet sich recht steif mit kurzen Höflichkeitsfloskeln. Als die drei Boltons auf ihre zukünftige Vermählung trinken, ergreift Sansa nur den Kelch, trinkt jedoch keinen Schluck. Ihre Abneigung trägt sie fast offen zur Schau. Doch Ramsay hat eine böse Überraschung für seine Zukünftige vorbereitet:

Als er nach mehr Wein verlangt, kommt Theon alias „Stinker“ mit dem Krug in den Raum. Da er bei den Hunden schläft und sich nicht waschen darf, verströmt er einen ungeheuren Gestank, der dafür sorgt, dass alle sich wegdrehen. Er soll sich auf Ramsays Anweisung bei Sansa entschuldigen, die jedoch gar nicht weiß, weshalb – genau dies ist der Punkt, mit dem er sie treffen will. Theon entschuldigt sich, weil er ihre beiden Brüder Bran und Rickon getötet hat – was nicht der Fall ist, wie wir seit Staffel-3 wissen. In Wirklichkeit waren es zwei Bauernjungen, deren Leichen Theon verbrannte, um sie unkenntlich zu machen. Natürlich weiß auch Ramsay darüber Bescheid – „Stinker“ hat keine Geheimnisse vor ihm.

Sansa, die bisher gar nichts von ihren beiden Brüder gehört hat, schafft es mit eiserner Selbstbeherrschung, nicht komplett die Fassung zu verlieren. Ramsay brüstet sich ihr gegenüber, wie sehr er Theon bestraft hat – unter anderem mit Kastration. Trotz der Nachricht ist Sansa von Ramsay und seinen Methoden zutiefst abgestoßen. Spätestens jetzt weiß sie, dass sie nicht viel mehr als eine Gefangene ist – und in großer Gefahr.

 

Roose und Ramsay Bolton in Winterfell: Ein Vater-Sohn-Gespräch

Rooses Frau Walda erwartet ein Kind – laut dem Maester wird es ein Junge. Grund genug für Ramsay, um seine Stellung zu fürchten, wurde er doch gerade erst vom Bastard Schnee zu einem Bolton erhoben. Sein Vater erzählt ihm bei dieser Gelegenheit von der Geschichte seiner Geburt – die beweist, dass Roose kaum weniger abstoßend als sein Sohn ist:

Seine Mutter war eine Gemeine, die den Müller ohne die Erlaubnis von Roose als zuständigem Lord geheiratet hat. Daraufhin ließ er den Mann hängen und vergewaltigte sie direkt an der Hinrichtungsstätte. Ein Jahr später gab sie Ramsay bei ihm ab, den er schließlich als seinen wahren Sohn erkannte. Offenbar soll die Geschichte Ramsay zu einer intensiven Zusammenarbeit mit seinem Vater animieren. Tatsächlich braucht Roose ihn dringender denn je: Er weiß bereits, dass Stannis‘ Armee aus dem Norden auf sie zukommt und benötigt einen zuverässigen Führer für die Verteidigung.

 

Tyrion und Jorah in Valyria: Angriff der Steinmenschen

Jorah fährt ihr kleines Segelboot durch die von Urwald überwachsenen Ruinen der einst so blühenden Stadt Valyria. Abergläubische Menschen fürchten die Geister dieses Ortes – und Piraten glauben ganz besonders an Übersinnliches. Tyrion beschwert sich immer stärker über die Abwesenheit von Wein, da sein Körper mittlerweile erste Entzugserscheinungen zeigt.

Mitten in den nebelverhangenen langen Meerarmen zwischen den Ruinen sehen sie den schwarzen Drachen Drogon am Himmel fliegen. Beide Männer erstarren nahezu vor Ehrfurcht, besonders Tyrion, der Daenerys‘ „Kinder“ noch nie gesehen hat.

Als ihre Aufmerksamkeit abgelenkt ist, vernehmen sie plötzlich ein lautes Platschen im Wasser. Ehe sie sichs versehen, sind bereits mehrere, fauchende Steinmenschen – Menschen, die von Kopf bis Fuß von Grauschuppen bedeckt sind – in ihr Boot gestiegen. Es kommt zu einem unerbittlichen Kampf, in dem Tyrion durch seine Fesseln im Nachteil ist. Als er von einem der kaum noch menschlich aussehenden Männer zu stark bedrängt wird, rettet er sich mit einem Sprung ins Wasser. Ein weiterer Steinmensch zieht ihn am Fuß immer mehr dem Grund entgegen, bis er das Bewusstsein verliert.

Er erwacht mithilfe von Jorah, der sie beide an einen nahen Strand gerettet hat. Das Boot ist jedoch verloren. Nachdem Jorah endlich seine Fesseln durchschnitten hat, besprechen sie ihr weiteres Vorgehen: Sie werden am Ufer entlanggehen, wo sie früher oder später auf ein Fischerdorf mit Booten stoßen werden. Zu Fuß ist der Weg nach Meereen ungeheuer weit.

In einem unbeobachteten Moment schaut Jorah besorgt auf seinen Unterarm, an dem sich erste Anzeichen der sich ausbreitenden Grauschuppen zeigen: Die Krankheit ist durch die Berührung eines Steinmenschen auf ihn übertragen worden. Tyrion weiß nichts von seinem schlimmen Los – eine Krankheit, die zum Tode führt oder ihn allmählich die Menschlichkeit verlieren lässt.

Episode-5: Babylon

 

Episode-5 Kritik

Akte-X Episode-5 ist die bisher schwächste Folge der neuen Mini-Serie, die sich obendrein nicht entscheiden kann, ob sie nun todernst oder gar lächerlich wirken soll. Der Spagatsprung zwischen diesen beiden Extremen ist lobenswert mutig – leider jedoch nicht sehr gelungen. Brandaktuell kommt das Thema der islamistischen Terroristen herüber – und wirkt doch schon nahezu krampfhaft gezwungen, so als müsse um jeden Preis eine zum Jahr 2016 passende Story herbei.

Darüber hinaus ist kein mysteriöses Verbrechen geschehen, das Mulder und Scully auf den Plan rufen würde. Als echter Akte-X Fan hat man schon nach wenigen Minuten das Gefühl, die falsche Sendung eingeschaltet zu haben. Leider ist der Versuch, auf irgendeine Weise mit dem im Wachkoma befindlichen Patienten zu kommunizieren, vor allem eines: nämlich extrem langatmig. Einzig Mulders Drogentrip sorgt für Abwechslung und Erheiterung. Ganz besonders lustig für alte Fans: Die Szene, in dem der Krebskandidat am Eingang zum Totenreich eine Peitsche in Mulders Richtung schwingt.

Fazit: Durchaus sehenswert für die Fans von damals, ansonsten die schwächste Folge der 10. Staffel.

Hätten Sie es gewusst? – Versteckte Anspielungen

1. Als die Agents Miller und Einstein an die Tür zu Mulders Büro klopfen, erwidert Scully auf die Frage, ob jemand hier ist: „Nein, nur die beiden unbeliebtesten FBI Agenten!“ Damit sagt sie im Grunde dasselbe, was Mulder ihr damals zurief, als sie zum ersten Mal vor seiner Tür stand: „Niemand zu Hause, bis auf den allseits unbeliebten Mr. Mulder.“

2. Ebenfalls knüpft der Name der Agentin an die 1. Folge an: Scully hat ihr Vordiplom in Physik über Einsteins Doppelspaltversuch gemacht, wie Mulder bei seinem ersten Zusammentreffen mit ihr feststellt.

3. In Mulders Drogentraum sitzt er mit Skinner, sowie 2 Mitgliedern von den Einsamen Schützen am Tisch.

4. Ebenfalls im Drogentraum liegt Mulder auf einer mit Licht bestrahlten Oberfläche, die exakt so aussieht wie die Umgebung der von Ufos entführten Menschen.

5. Auf einem Schiff am Eingang zum Totenreich schwingt der Krebskandidat, auch „Der Raucher“ genannt, seine Peitsche und ruft Mulder dabei zu: „Sie wollen die Wahrheit, Mr. Mulder? Da sind Sie bei mir richtig.“ – Langjährige Freunde der Serie wissen natürlich, dass bei Dialogen mit diesem unangenehmen Menschen 2 Begriffe überdurchschnittlich oft fallen: nämlich „Mr. Mulder“ und „die Wahrheit“.

6. Die Agenten Miller und Einstein verhalten sich wie eine jüngere Ausgabe von Mulder und Scully. Auch die Haarfarbe der Agentin Einstein, sowie ihre medizinischen Kenntnisse passen ins Bild. Darüber hinaus fällt Scully auf, dass sie ihren Partner beim Nachnamen „Miller“ und nicht beim Vornamen nennt. Miller selbst ist dem Paranormalen gegenüber extrem offen.

7. Einstein antwortet auf Mulders Theorien vom Gewicht der Worte und Gedanken mit folgendem Satz: „Irgendwo in China flattert ein Schmetterling wild mit den Flügeln…“. Es handelt sich um eine Anspielung auf den ersten Jurassic Park Film, in welchem Ian Malcolm Ellie Sattler seine mathematische „Chaostheorie“ erklärt: „Ein Schmetterling kann in Peking mit den Flügeln schlagen, und in New York gibt es Regen statt Sonnenschein.“

 

Episode-5 Zusammenfassung

Der Weg zum Attentat

Die Folge beginnt mit einem kleinen Einblick ins Leben eines jungen Arabers in den USA. Mit Ausnahme des Gebetes in Richtung Mekka ist sein Alltag gar nicht so unterschiedlich wie der vieler Amerikaner. So isst er auch gerne Toasts mit Marmelade oder zwinkert hübschen Frauen zu, die er beim Autofahren auf der Straße gehen sieht. Nachdem er einen ebenfalls arabischen Freund mit dem Wagen abgeholt hat, parken die beiden vor einer Kunstgalerie in Texas. Nach einem kleinen, aber intensiven Gebet gehen sie Arm in Arm in das Gebäude – welches kurz darauf explodiert.

Die beiden unbeliebtesten FBI Agenten

Mulder zeigt Scully im Büro ein Video, in dem seltsame Trompetenklänge zu hören sind, während die Menschen auf der Straße verwirrt gen Himmel schauen. Dieses Phänomen hat sich in letzter Zeit in mehreren Ländern der Welt wiederholt. Übrigens: Es gehen tatsächlich Videos durchs Internet, die diese Geräusche aufgezeichnet haben sollen. Mulder hält es für möglich, dass es sich um die 7 Posaunen handelt, die laut Offenbarung 8, Vers 2 die Endzeit einläuten sollen. Interessanterweise ist er es, der einen biblischen Hintergrund vermutet und nicht Scully, die bisher in religiöser Hinsicht dem Mystischen offener gegenüberstand als ihr Partner.

Die beiden werden durch das Auftauchen der Agenten Miller und Einstein gestört. Obwohl die Agentin mit dem Hinzuziehen von Mulder und Scully offenbar wenig begeistert ist, schildert Miller ruhig ihr Anliegen: Zwei Araber haben mit Sprengstoffgürteln einen Anschlag auf eine Kunstgalerie unternommen, weil dort ein satirisches Bild von Mohammed ausgestellt wurde. Einer der Attentäter hat mit einem zerstörten Schädel und einem halben Arm überlebt und befindet sich im Wachkoma. Damit ist er – bis auf den Herzschlag – im Grunde klinisch tot. Miller möchte unbedingt die Terrorzelle des Attentäters finden, auch wenn er dafür mit einem Toten in Kontakt treten müsste. Doch selbst Mulder kennt keine lebende Person, die ihm da weiterhelfen könnte. Daher verlassen Miller und Einstein das Büro wieder, um ihr Flugzeug nach Texas nicht zu verpassen.

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Zwei getrennte Vorhaben

Als die beiden jungen Agenten am Flughafen sind, ruft Scully auf Millers Handy an. Sie hat über seinen Fall nachgedacht und hat eventuell eine Idee, wie er mit dem Toten kommunizieren könnte. Da sie dabei den geheimnisvollen Anhänger ihrer Mutter in den Händen hält, ist es klar, woran sie bei ihrem Plan denkt. Die beiden verabreden sich in Texas.

Eine Minute später klingelt Einsteins Telefon. Mulder hat ebenso eine Idee zur Kommunikation mit dem Attentäter. Er bittet sie in sein Büro, um seinen Plan zu besprechen. Widerwillig begibt sich Einstein dorthin und lässt Miller allein nach Texas fliegen.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass beide Parteien nichts von den Plänen der anderen wissen.

Paranormaler Woo-Woo-Zauber

Im Büro erklärt Mulder Einstein seine Theorie vom Gewicht der Worte und Gedanken: Diese sind in der Lage, Menschen dazu zu bringen, andere umzubringen, was die junge Agentin jedoch strikt zurückweist. Auch die Erwähnung, dass man durch den Gedanken an eine saure Zitrone bereits ein Kribbeln auf der Zunge spüren kann, beeindruckt sie nicht sonderlich. Sie bringt lediglich ihre Angst zum Ausdruck, dass weitere Menschen sterben könnten, während sie sich Mulders „paranormalen Woo-woo-Zauber“ reinzieht.

Mulder möchte mithilfe von so genannten Magic Mushrooms – genauer gesagt, durch die Unterart Psylocybe tampanensis – da er glaubt, auf einem Drogentrip den Patienten am Tor zum Jenseits aufsuchen zu können. Um eine medizinisch einwandfreie Versorgung dabei zu erhalten, soll Einstein ihn während des Trips bewachen. Scully wollte er wegen des Todes ihrer Mutter nicht mit in die Sache hineinziehen. Einstein regt sich extrem auf und verlässt sein Büro mit einer klaren Absage.

Im Wachkoma

Scully erklärt Miller am Bett des arabischen Wachkoma-Patienten ihr Vorhaben: Es besteht nämlich die Möglichkeit, dass der Betroffene die Menschen um sich herum wahrnimmt, aber sich durch eine Lähmung nicht mitteilen kann. Als Beispiel führt sie den Fall des Patienten 23, der tatsächlich diese Anzahl an Jahren bei komplettem Bewusstsein verbracht hat. Mithilfe von Elektroenzephalographie (EEG) und MRT ist es möglich, die Aktivitäten des Gehirns auf einzelne Fragen auf „ja“ und „nein“ zu bestimmen.

Zwei Anzuganträger, die angeblich von der Department of Homeland Security (Heimatschutzministerium) versuchen, die beiden Agenten zu vertreiben, doch Miller schafft es, sie loszuwerden, indem er ihre Gesichter fotografiert. Anscheinend ist ihnen das Ablichten äußerst unangenehm, so dass sie sich schnell trollen.

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Aufgeflogen

Agent Einstein ist ihrem Partner mit der nächsten Maschine nach Texas gefolgt. Als sie versucht, an den Sicherheitsleuten vor dem Krankenzimmer des arabischen Patienten vorbei zu kommen, wundern diese sich über ihre Anwesenheit, da Miller ja bereits seine Kollegin Scully dabei hat. Also holt Einstein zum Gegenschlag aus, indem sie auch Mulder hierher zitiert.

Am Flughafen gibt sie ihm zum Empfang zwei Kapseln, die Magic Mushrooms enthalten. Zur Sicherheit soll er es zunächst unter ihrer Aufsicht mit einer versuchen.

Evakuierung

Als Miller und Scully die Geräte für die Kommunikation aufstellen, kommt ein Special Agent Brem ins Zimmer und erklärt ihnen, dass die Station wegen einer Bombendrohung evakuiert werden müsse. Er macht keinen Hehl aus seiner Feindschaft gegenüber den Muslimen und hört auch nicht mit Hasstiraden auf, als Miller und Scully ihm erklären, dass der Patient wahrscheinlich jedes Wort hört.

Nachdem die beiden das Krankenzimmer verlassen haben, schaltet eine Krankenschwester die Geräte ab, muss ihr Vorhaben jedoch aufgeben, als Mulder und Einstein herein kommen. Offenbar kann sie ebenfalls Muslime nicht leiden, bezieht das jedoch auf alle Einwanderer. Einstein begleitet sie hinaus, um sie zu beruhigen und muss sich dafür jede Menge Tiraden anhören. Mulder hat bereits die Tablette auf die Zunge gelegt und zeigt dies seiner Kollegen auch an. Durch das Gespräch mit der Schwester ist sie allerdings kurz abgelenkt: Mulder ist verschwunden und befindet sich im tiefsten Drogenrausch.

Mulders Drogentrip

Glücklich geht Mulder durch die Gänge des Krankenhauses und sorgt durch sein seltsames Verhalten für allerlei Aufruhr unter den Leuten. Kurz darauf läuft er mitten auf der Straße zwischen fahrenden Autos entlang, um sich schließlich in einem Countryclub wieder zu treffen. Dort tanzt er mit weißem Hemd und Cowboyhut und vollführt dabei sogar akrobatische Meisterleistungen. Dem aufmerksamen Zuschauer wird auffallen, dass die anderen Gäste des Clubs zwischen Rentnern und jungen, leicht bekleideten Frauen hin- und herschwanken. Später spielt Mulder im Club Karten mit Skinner und zwei Mitgliedern der eigentlich toten Einsamen Schützen – allesamt im Cowboy-Outfit.

Von dort aus führt sein Traum weiter auf einen mit Laserstrahlen versehenen Untersuchungstisch der Aliens, wo er von Agent Einstein im Domina-Look drangsaliert wird. Plötzlich befindet er sich auf einem Ruderboot mit vermummten Gestalten, auf dem der Krebskandidat offenbar das Sagen hat, da er alle mit Peitschenhieben antreibt.

Am Heck sitzt eine weiß gekleidete, verschleierte Frau, die den sterbenden Komapatienten auf den Armen trägt. Bevor der Rausch endet, flüstert der Sterbende Mulder etwas ins Ohr.

Gefahr im Anmarsch

In der Zwischenzeit bereitet sich die örtliche Terrorzelle auf einen neuen Anschlag vor. Zuerst werden Bomben gebaut und anschließend die Mitglieder mit Sprengstoffgürteln versorgt.

Böses Erwachen

Als Mulder aus seinem Drogentrip erwacht, sitzt Skinner vor Wut kochend an seinem Bett. Einstein klärt die beiden darüber auf, dass sie ihm in Wahrheit Vitamin B3 Tabletten als Placebo verabreicht hat. Mulder ist darüber schockiert, da er einen waschechten Trip erlebt hat und sich das nicht erklären kann. Anscheinend kann die Macht der Suggestion, von der er Einstein zu Beginn der Folge überzeugen wollte, stärker als sogar von ihm selbst erwartet.

Unterdessen haben Miller und Scully nur mäßige Erfolge bei dem Komapatienten. Als Miller, der im Irak stationiert war, ihn auf Arabisch anspricht, reagiert das EEG zumindest darauf.

Anscheinend war Mulder auf einer „Über 70“ Party gewesen, wie ihm Einstein erklärt, als sie ihn mit einem Rollstuhl durch das Krankenhaus fährt. Mittlerweile ist sie überzeugt davon, dass sie ein Disziplinarverfahren bekommen und ebenfalls in einem Kellerbüro landen wird.

Das Ende einer Gefahr

Als Mulder eine jammernde Frau vor dem bewachten Eingang der Klinik vorfindet, erkennt er diese aus seinem Traum wieder, in dem sie den Komapatienten auf den Armen gehalten hatte. Es handelt sich um dessen Mutter. Mulder lässt sie zu ihrem Sohn gehen, ein Anblick, der sie über alle Maßen schockiert. Während sie ihn in den Armen hält, eröffnet sie den Agenten, dass er gar nicht in der Lage gewesen wäre, jemanden zu töten. Wahrscheinlich hat er dabei sogar die Nerven verloren und seinen Sprengstoff nicht gezündet. Diese Informationen hat sie aus Träumen, die sie von ihm hatte.

Kurz darauf stirbt der Komapatient an einem Herzstillstand.

Mit Millers Kenntnissen der arabischen Sprache gelingt es Mulder und ihm, die Worte, die er ihm während des Trips ins Ohr flüsterte, sinnvoll zu übersetzen: Gemeint ist das „Bybylon“-Hotel. So können die Terrorzelle komplett aufgedeckt und die Verantwortlichen festgenommen werden.

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